Werbung



Glasflaschen mit Seele

Seele aus Glas| Video: Visual BastARTS

Paul Kupfer ist einer der Macher hinter Soulbottles®, die zurzeit noch im Kreuzberger Co-Working-Space der THINKFARM ihr Büro haben. Aufgrund des unternehmerischen Erfolges ziehen Soulbottles demnächst in ein größeres Büro mit mehr Lagerfläche nach Lichtenberg um. Die Idee von Paul Kupfer, Georg Tarne und dem italienischen Angle-Investor Bernardo Saorin ist einfach: eine wiederbefüllbare Glasflasche mit verschiedenen coolen Designaufdrucken – 100% plastikfrei.

Interview mit Paul Kupfer von Soulbottles®

Paul, welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Deinem Leben?

Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig. Ich möchte mit meinem Verhalten möglichst wenig Menschen schaden und möglichst vielen Menschen etwas Gutes tun – auch denen die noch nicht geboren wurden.

Soulbottles ist im Grunde genommen ja keine neue Idee – eine Glasflasche als Behältnis für trinkbare Flüssigkeiten – vornehmlich präferiert ihr das Trinkwasser – gefertigt in Italien – schon die Römer hatten so was. Was ist anders bei Euren Flaschen außer dem fetzigen Namen?

Die Designs sind geil und Soulbottles sind 100% plastikfrei. Die meisten anderen Trinkflaschenhersteller schaffen das nicht, einen Verschluss ohne Plastik zu produzieren. Die alten Römer hatten gar keine Bügelverschlüsse, die wurden erst vor circa 100 Jahren erfunden – in Berlin übrigens.

“Die Designs sind geil und Soulbottles sind 100% plastikfrei.”

Wie seit ihr auf die Idee gekommen?

Wir haben selbst nach Trinkflaschen gesucht, die cool aussehen und die gab es nicht. Dann fanden wir in Wien die Möglichkeit auf Glas zu drucken. Wir kannten viele Webseiten und Firmen, die Druck auf T-Shirts anboten, und wir haben uns gedacht, das könnte man doch auch mit Trinkflaschen machen: Geiles Design, das zu mehr Nachhaltigkeit motiviert.

Bernardo Saorin ist als Angle-Investor bei Euch eingestiegen. Hat er außer finanziellen Mitteln noch andere Skills mit in die Firma eingebracht?

Bernardo hatte schon viel Erfahrungen als Unternehmer und hat uns viel dabei geholfen Soulbottles von einer Studentenidee zu einer Firma aufzuziehen.

Seid ihr mit eurer Idee gefördert worden und wenn ja wie genau lief das ab?

Staatliche Förderungen haben wir eigentlich nie in Anspruch genommen. Wir haben aber durch das Social Impact Lab in Berlin einen ersten Arbeitsplatz bekommen und professionelle Beratung – das hat uns total viel gebracht. Außerdem wurden wir durch den Vienna Impact Hub und durch das Investment-Ready-Programm unterstützt.

“Die Energiebilanz einer Soulbottle wird natürlich immer besser, je öfter man sie benutzt.”

Habt ihr mit dem Erfolg gerechnet?

Ich hab damit gerechnet, das Leuten das gefallen kann, aber das es so abgeht hätte ich nicht gedacht.

Wie hoch ist für euch der Style-Faktor bei Euren Flaschen?


Wie meinst du das? Der ist gigantisch!

Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

In Plastic Planet fällt, glaube ich, irgendwann der Satz das Plastikflaschen seelenlos im Ozean schwimmen, und nur das Tote und Seelenlose oben treibt. Wir haben uns gedacht das Gegenstück wäre eine Flasche mit Seele – eine Soulbottle.

Ihr lasst die Flaschen in Italien fertigen. Warum Glas aus Italien? Gibt es keine deutschen Glashersteller? Und wäre das nicht noch umweltfreundlicher, da die Wege noch kürzer wären?

In Italien gibt es sehr gutes Glas. Glasherstellung hat dort eine lange Tradition. Außerdem gibt es kleinere Glashütten, die auch eigene Anfertigungen in kleinen Auflagen produzieren und in Deutschland sind die Hersteller meist sehr große Firmen, die unsere Wünsche nicht erfüllen können.

Wie kommen die fertig produzierten Flaschen zu euch: LKW oder Flugzeug?


Mit dem LKW, wir gleichen die CO2-Kosten am Ende des Jahres mit myclimate.org aus.

Welches technische Verfahren wendet ihr an, um die Designs auf die Flasche zu bringen?

Wir brennen die Farben ein, nur so werden sie spülmaschinen- und kratzfest.

Wie macht Ihr eure Produktion klimaneutral und welche Parameter fließen in die Berechnungen mit ein?

Wir arbeiten dort mit myclimate.org zusammen und kompensieren unsere verursachten Emissionen. Die Ermittlung macht myclimate, es wird die gesamte Produktion und der Transport untersucht.

Die Glasherstellung ist ja auch ein ziemlich energiereicher Prozess. Die Glasöfen laufen 24 Stunden, da das Glas sonst aushärten würde. Wie sieht es mit Rebound-Effekten was die Effizienz angeht bei der Produktion aus?

Stimmt, für Glas braucht man viel Energie, aber dafür halten die Flaschen lange und lassen sich im Zweifel wieder Recyclen, das funktioniert mit den meisten Plastikflaschen nicht. Die Energiebilanz einer Soulbottle wird natürlich immer besser, je öfter man sie benutzt. Dass es besser ist sich das Wasser selbst abzufüllen, als eines zu kaufen was extra aus Frankreich importiert wird, liegt, glaube ich, auf der Hand…

Ihr spendet 1€ von Eurem Verkaufspreis an die NGO „Viva Con Agua“. Was geschieht mit dem Geld?

Viva Con Agua und die Welthungerhilfe unterstützen damit Projekte, die mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser geben.

“Wasser trinken muss jeder, ob jung, ob alt, ob Hipster oder Oma.”

Wer sind Eure Kunden: In erster Linie umweltbewusste Hipster, die es cool finden, Eure cool designten Flaschen dabei zu haben oder Unternehmen, die Eure Flaschen als Kundengeschenk einsetzen?

Wir haben da keine spezielle Zielgruppe. Alle die eine coole und nachhaltige Trinkflasche brauchen. Das ist ja das Tolle: Wasser trinken muss jeder, ob jung, ob alt, ob Hipster oder Oma.

Was habt ihr in Zukunft noch vor mit Soulbottles?

Da kommt noch einiges. Man darf gespannt sein. Am besten auf Facebook liken oder in den Newsletter eintragen, dann ist man up to date.

Wo siehst Du Dich in fünf Jahren?

In fünf Jahren habe ich hoffentlich ein bisschen mehr Freizeit als jetzt, aber grundsätzlich will ich coolen Scheiß mit coolen Leuten machen und dabei die Welt retten, das mache ich jetzt gerade und das mache ich hoffentlich auch noch in fünf Jahren.

Hast Du noch einen praktischen Tipp, wie man die Welt nachhaltiger gestalten kann?

Eine Soulbottle kaufen und immer mitnehmen, Radfahren statt Auto, und generell mehr lächeln und freundlich sein.

Paul, vielen Dank für das Interview. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg mit Euren Soulbottles.

Soulbottles im Netz:

http://soulbottles.com/

Alex Fuchs
ADMINISTRATOR
PROFIL

Werbung

Beitragskarussell

Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.

Empfohlene Videos

Neuste Beiträge