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Eine ganzheitliche Medienagentur für den ökosozialen Wandel

Eine ganzheitliche Medienagentur| Produktion: Visual BastARTS

Die sinnwerkstatt ist ein Team von 16 kreativen Medienprofis, die es sich zum Ziel gesetzt haben, einer guten Idee die Kommunikation zu geben, die sie verdient hat. Mittlerweile arbeiten sie im vierten Jahr in Berlin-Kreuzberg, in dieser Zeit haben sie viele Reifeprüfungen abgelegt und Entwicklungen durchgemacht.

Sozial-ökologischer Wandel bedeutet für Sie, sich als Teil eines globalen Ökosystems zu verstehen, für das man Verantwortung trägt – und es durch indivduelle und kollektive Veränderungprozesse zu einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft zu transformieren. Kunden wie Ecosia, Oxfam, das Umweltbundesamt, Democracy International oder das Netzwerk Wachstumswende werden von der Sinnwerkstatt beispielsweise mit Webseiten, Animationsvideos, Logos und Infografiken versorgt oder strategisch beraten.

Dabei ist es ihnen wichtig, selbst ökologisch nachhaltig zu arbeiten: Durch den Einsatz von Ökostrom, energieeffizienter Beleuchtung und stromsparender IT-Infrastruktur wird der ökologische Fußabdruck verringert. Auch kommt es nicht in Frage, für Geschäftsreisen in die Schweiz oder Italien den Flieger zu verwenden. Nachhaltigkeit findet aber nicht nur in der Ökologie, sondern auch im sozialen Umgang miteinander statt. Flache Hierarchien, Räume für Entwicklung und ein menschliches Verständnis von Leistungsfähigkeit werden von niemandem betont – sie sind selbstverständlich.

Interview mit Tobi Kauer und Ian Delú von der sinnwerkstatt

Wer war eigentlich wann der Nukleus dieser Idee? Durch wen wurde die sinnwerkstatt gegründet?

Ian: Die sinnwerkstatt wurde 2010 von Simon Liedtke, Simon Reichenbach und mir, Ian Delú, gegründet. Einige Freunde, die an die Idee einer nachhaltig orientierten Medienagentur geglaubt haben, waren sehr früh mit an Bord und haben uns mit vollem Herzblut unterstützt. Danke nochmal an Luca und Patty an dieser Stelle.

“Wir hatten sehr früh den Anspruch, eine Full-Service-Agentur zu sein, daher gab es von Beginn an die vier Abteilungen Web, Grafik, Film und Strategie.”

Da ihr euch von vornherein eine solch große Produktpalette abdecken wolltet, habt ihr euch nun über die Jahre auf ein Bereich spezialisiert? Oder kamen eher Bereiche hinzu? Inwieweit könnt ihr als Allrounder flexibel auf die Nachfrage der Partner eingehen?

Ian: Wir hatten sehr früh den Anspruch, eine Full-Service-Agentur zu sein, daher gab es von Beginn an die vier Abteilungen Web, Grafik, Film und Strategie. Wenn wir ehrlich sind und uns angucken, wie viel wir in den letzten Jahren gelernt haben, wird klar, dass wir diesen Anspruch erst nach und nach erfüllen konnten. Spannend wird es bei Kunden wie dem veganen Schuh-Hersteller NOAH, der unsere gesamte Produktpalette in Anspruch nimmt – hier merken wir, wie gut es ist, funktionierende Schnittstellen zwischen den Abteilungen zu haben.

Tobi: Die vier Abteilungen existieren heute noch und decken alle Anfragen, die uns erreichen in der Regel sehr gut ab. Es ist sehr schön zu beobachten, wie die einzelnen Abteilungen organisch wachsen. Jede_r neue Mitarbeiter_In bringt neue Aspekte, neues Wissen und eigene Erfahrungen ein und kommt scheinbar immer zum perfekten Moment in unser Team. Oft fragt man sich später: Wie konnten wir ohne dieses Talent überhaupt arbeiten?

Was haben die Leute in eurem Team für einen Background und was muss man mitbringen um sozial-ökologisch denken und arbeiten zu können?

Tobi: Das ist eine sehr spannende Frage, weil wir uns von einer homogenen Gruppe zu einem recht diversen Team entwickelt haben. Es gibt sowohl Mitarbeitende mit einer klassischen gestalterischen Ausbildung, die bei uns die ersten Erfahrungen gesammelt haben, als auch Aussteiger aus großen Agenturen, die keine Lust mehr auf Ellbogenbusiness haben. Schön finde ich auch, dass einige Quereinsteiger ihren Platz bei uns gefunden haben und ihre Leidenschaft mit etwas Sinnvollem verbinden können.

Ian: Natürlich ist es uns wichtig, dass sich alle, die mit uns arbeiten, kritisch mit ihrem Konsum und ihrem Verhalten auseinandersetzen. Gleichzeitig habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass mein früherer Öko-Missionierungswahn nicht immer hilfreich war: Es ist nunmal eine private Entscheidung, wie man sich zuhause verhält, was man isst und wo man seinen Urlaub verbringt. Ein nicht hinterfragtes Dogma verhindert oft eine positive Entwicklung.

Tobi: Viel wichtiger als das Dogma ist doch eine aktive Ausseinandersetzung mit seinem Verhalten. Niemand von uns hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und es geht darum kritisch zu reflektieren, welchen Einfluss das eigene Verhalten auf die Umwelt und auf die Mitmenschen hat.

“Wir sind kreative Idealisten und keine bürokratischen Ökonomen.”

Inwiefern stoßt ihr an systemische Grenzen? An welchen Stellen stoßen Idealismus und Kreativität auf ökonomische Zwänge und Bürokratie?

Ian: Wer viel Geld hat, ist in der Regel mit dem gesellschaftlichen Status Quo zufrieden. Wir arbeiten für und mit denjenigen, die eine ökosoziale Transformation unserer Gesellschaft erreichen wollen – und die verfügen oft nicht über die gleichen finanziellen Mittel wie ein klassisch-kapitalistisches Unternehmen.

Tobi: Wir sind froh, dass wir mittlerweile Gehälter zahlen können, die dem Prinzip der komfortablen Genügsamkeit entsprechen. Das Geld muss eben auch reichen, wenn man beispielsweise Kinder hat. Mittlerweile haben wir einen Großteil unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingestellt. Das ist natürlich finanziell eine andere Liga als vor ein paar Jahren, als unsere Mitarbeiter Freelancer waren und sich für wenig Geld die Nächte um die Ohren geschlagen haben.

Ian: Auch wenn es immer Reibungspunkte gibt: Wir sind kreative Idealisten und keine bürokratischen Ökonomen. Es ist keine Option, die ökonomischen Zwänge dadurch zu überwinden, dass wir für Kunden arbeiten, die unsere Vorstellung von einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Welt nicht teilen.

Viele/alle sinnwerkstättler arbeiten ja auch in ihrer Freizeit für den sozial-ökologischen Wandel. Was tut ihr um Spaß an dieser Arbeit zu behalten, nicht Don Quiote ähnlich zu werden oder nach wenigen Jahr diese sogenannten Burn-Out-Effekte zu spüren?!

Tobi: Es gab tatsächlich schon Zeiten, in denen Einzelne den Spaß verloren haben und das Thema Burn-Out ist bei uns auch nicht unbekannt. Der Moment, in dem du eine Nachschicht machst, um ein Konzept für Entschleunigung in der Arbeitswelt auszuarbeiten ist dermaßen absurd – und kein Einzelfall in einer sozialen Bewegung, in der Idealisten sich permanent überarbeiten.

Ian: Wichtig ist, dass nicht die komplette Identifikation über den Beruf läuft, sondern dass man einen Ausgleich oder ein Hobby findet. Das ist nicht immer leicht, da wir auch außerhalb der Arbeit eng befreundet sind – aber manchmal ist es einfach notwendig, etwas nur für sich zu machen.

Tobi: Insgesamt haben wir gelernt, aufeinander zu achten und Institutionen eingerichtet, die jedem den Raum geben, auch die eigene Überlastung zu erkennen. In unserem gemeinsamen Wochenstart sprechen wir darüber, wie sehr sich jeder einzelne den Aufgaben der Woche gewachsen fühlt – so lernt man auch, sich selbst einzuschätzen und sich nächste Woche etwas weniger vorzunehmen.

Ian: Einmal im Monat gibt es außerdem den Monatsrückblick, in dem wir auf unsere Projekte zurückschauen, aber auch aussprechen, was uns geärgert oder wütend gemacht hat. Gemeinsam erarbeiten wir Maßnahmen, wie das in Zukunft ändern können. Ähnliches passiert auf den Visionstagen, die jährlich stattfinden, aber einen viel größerem Rahmen haben.

Geht ihr im Team manchmal noch zusammen weg? Ihr seid ja ganz schön viele geworden.

Ian: Das passiert öfter. Mit der sich wandelnden Team-Struktur ist der wöchentliche Stammtisch zugunsten von Wanderausflügen oder Fahrradtouren etwas eingeschlafen. Wer Lust hat, mit uns eine Runde zu Kickern ist aber jederzeit im Büro oder auf der ein oder anderen Kneipentour willkommen.

“Insgesamt haben wir gelernt, aufeinander zu achten und Institutionen eingerichtet, die jedem den Raum geben, auch die eigene Überlastung zu erkennen.”

Wo seht ihr euch in 5 Jahren? Wo in 10?

Ian: Die sinnwerkstatt ist in fünf Jahren jedem, der sich für ökosozialen Wandel interessiert ein Begriff. Wir entwickeln nicht nur Kommunikationsstrategien für unsere Partner, sondern haben durch eigene Projekte und Initiativen sowohl den Impact als auch die gesellschaftliche Relevanz, um eine funktionierende Alternative zu einer wachsenden Wirtschaft und einer konsumorientierten Gesellschaft zu sein.

Tobi: Mit der Thinkfarm gibt es schon erste Projekte in dieser Richtung, die Früchte tragen und genau unseren Vorstellungen davon entsprechen, wie man in Zukunft gemeinsam arbeiten, lernen und teilen kann. Die Thinkfarm wurde 2013 von uns und vielen weiteren Mitstreitern mit der Vision gegründet, die Synergien von verschiedenen Akteuren aus dem ökosozialen Wandel zu bündeln. Ein Jahr später blicken wir zurück und sehen, dass wir einen selbstverwalteten Ort für sechzig Menschen geschaffen haben, an dem Ideen aus Postwachstum, sozialem Unternehmertum und Gemeinwohl erforscht, vermittelt und umgesetzt werden. Das fühlt sich großartig an.

Ian: Ich denke, in fünf Jahren werden wir außerdem gemeinsam weniger arbeiten und mehr Zeit zum Spielen haben – mit unseren Kindern zum Beispiel. Wahrscheinlich brauchen wir dann auch einen sinnwerkstatt-Kindergarten (lacht). In zehn Jahren haben wir dann unser eigenes Rentensystem etabliert, das vielleicht mit einer eigenen Alternativwährung und Gemeinschaftsgütern funktioniert – Die Gedanken die wir heute denken werden auf jeden Fall unsere Taten von morgen beeinflussen.

Vielen Dank für das Gespräch! (Was Tobi Kauer zusätzlich als Chief of Unicorn Division macht, wissen wir auch nicht so genau, finden aber die Sticker schick. Es braucht ja auch Geheimnisse im Leben.)

Marius Hasenheit

Marius Hasenheit / Foto: Paul Schumacher

Über den Autor:
Marius studierte BioGeoWissenschaften und anschließend Global Change Ecology. Er interessierte sich schon immer für Umweltthemen, und besonders für die Einflüsse des Menschen. Inzwischen beschäftigt er sich bei Ecologic Institute mit Indikatoren um Green-Economy-Entwicklungen zu messen. Innerhalb dieses Projektes schreibt er auch auf einem Blog. Weitaus häufiger schreibt er jedoch bei dem Onlinemagazin Doktor Peng über grüne Themen. Im Frühjahr diesen Jahres co-organisierte er ein Seminar zu praktischen Anwendungen von Postwachstumsideen.

 

Wenn es um den nötigen Wandel in Gesellschaft, Menschen, Wirtschaft geht, stellen ihn weder akademische Theorie, noch kurz gedachte, technologische Lösungen zufrieden. Neugierig und wissbegierig interviewt er nun Menschen, die für sich persönlich konsequent, innerhalb ihres Unternehmens oder ihrem Forschungsbereich den Wandel zu einer sozialeren und ökologischen Gesellschaft voran bringen.

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